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Es ist das Pharisäertum, die Heuchelei ...

16.06.2020, Beitrag in:
 
Permalink: http://bgld.fj.at/texte/172_Es_ist_das_Pharisertum_die_Heuchelei_
 
von Peter Aschauer

Sechs volle Wochen lang war jedes freundschaftliche Zusammenkommen in Österreich strikt tabuisiert. Sechs Wochen lang musste man unter Androhung horrender Geldstrafen jene zwischenmenschlichen Kontakte meiden, die das Leben lebenswert machen. Sechs Wochen lang ließ man uns zurück - in Angst und Ungewissheit, in Zukunfts- und Perspektivenlosigkeit. Sechs Wochen lang trichterte man uns mantraartig Gehorsam ein. Zu gehorchen hatten wir. Zu funktionieren. Wer sich weigerte, wurde zum Aussätzigen, zum Coronaleugner, zum Aluhutträger, zum Verschwörungstheoretiker. Bis heute ließ man davon nicht ab. Bis heute werden kritische Oppositionelle von ranghohen Regierungsmitgliedern als „Lebensgefährder“ denunziert. Ganz blitzartig kam nun der fliegende Gedankenwechsel.

Von einem Tag auf den anderen war es um das sprachliche Perpetuum Mobile dieser Regierung also geschehen. Schlagartig ist es nun möglich, auf die Straße zu gehen, sich zu Abertausenden zusammenzurotten und lauthals plakative Parolen umherzuspucken. „Black lives matter!“, ruft man da. „No live matters until black lives matter“, lautet der Komparativ. Und unser Leben, das durch omnipräsente „Coronaleugner“ angeblich wochenlang in Gefahr gewesen ist? Zählt das denn jählings nicht mehr? Braucht es gar, nicht mehr zu zählen? Hat der kleine, stachelige Feind etwa urplötzlich sein Druckmittel verloren? Man müsste sich schon besonders blöd stellen, um die Absichten dieser schwarz-grünen Regierung noch zu verstehen.

Tage-, wochen- und monatelang wurde dem hörigen Stimmvieh eingeredet, die Regelungen der medial verklärten Kurz-Kogler-Truppe als „überlebensnotwendig“ zu akzeptieren, bedingungslos zu befolgen oder anderenfalls als „Lebensgefährder“ gebrandmarkt zu werden. Tausenden wurde die Lebensgrundlage unter den Füßen weggerissen, Millionen andere mittelfristig unter „Kurzarbeit“ gestellt. Bis heute gibt man der Veranstaltungsbranche keine ausreichenden Möglichkeiten, den Scherbenhaufen, in den sie unfreiwillig hineingeschubst worden sind, zumindest eigenmächtig wieder aufzuräumen zu können. George Floyd selbst ist ja von einem „Corona“-bedingten Verlust seiner letzten Anstellung betroffen gewesen. Aber demonstrieren lässt man uns. Das Hochhalten von selbstgeschnipselten Plakaten ist ja schließlich der Spate lebenserhaltender Berufe zuzuordnen, oder? Ist es das?

Wenn es um Bewegungs-, Meinungs- und Religionsfreiheiten ging, zeigte man uns verdächtig schnell unsere Abhängigkeiten auf. Transparente für die gute, anständige Sache in die Höhe zu halten, werden hingegen gebilligt, geschätzt, ja direkt hochgehalten. Ausgerechnet jener Gesundheitsminister, der uns bis heute auf die scheinbar immer noch ungebändigte Gefahr des Virus aufmerksam macht, bis heute die Epidemie auf nationaler Ebene nicht für beendet erklären will und bis heute die Spekulation über eine „Zweite Welle“ gewieft anheizen lässt – ausgerechnet ihm muss man nun dabei zusehen, wie er sich als Verteidiger des verfassungsrechtlich gegebenen Demonstrationsrechts aufpudelt, die angeblich beobachtete Selbstdisziplin der Wütenden beteuert, ja selbst nicht einmal davor zurückschreckt, die fulminante Teilnehmerzahl als starkes und notwendiges Zeichen gegen einen triefenden Rassismus ausdrücklich zu loben.

Vor allem aber erleben wir in diesen Tagen eines: Eine Ungleichheit, die zum Himmel stinkt! „Quod licet jovi, non licet bovi“, schrieben die alten Römer. Und wie ein römischer Aristokratenkreis versucht man hier, mit zweierlei Maßen zu messen. Die einen Demonstrationen – die guten und anständigen – , werden verklärend in den Himmel gehoben; die anderen, die sich in ihrer legitimen Kritik gegen den Maßnahmenkatalog der Regierung stellen, medial verspottet, angeprangert oder gleich aufgelöst. Den einen wird es noch zum Guten gehalten, die angemeldete Zahl von erwarteten Demonstranten um ganze 47 000 (!) zu missachten; den anderen wurde bereits vor Monaten die Abhaltung sämtlicher Veranstaltungen einer viel geringeren Größenklasse bis in den Herbst hinein strengstens verboten.

Es ist nicht die Angst vor dem Zweck, die so unglaublich fassungslos macht. Es ist auch nicht die Verständnislosigkeit gegenüber dem Problem, die fehlende Akzeptanz, der fernbleibende Respekt vor einer hoch emotionalen Masse. Es ist das Pharisäertum, die Heuchelei, mit der man uns zum Narren hält. Soll doch demonstrieren, wer etwas zu sagen hat. Soll doch mitrennen, wer mitrennen möchte. In Amerika ist das ja noch verständlich – bis zu einem gewissen Grad jedenfalls, der viel zu oft überschritten wird. Doch darf diese Situation, die wir jenseits des Atlantiks wahrnehmen müssen, auch tatsächlich auf die hiesigen Straßen importiert werden? Ist das wirklich zulässig? Ist das zumutbar? Was will man denn hier in Österreich bewegen? Welchen Zweck verfolgt diese moralisch-elitäre Masse? Welche Absicht strebt man an?

Will man Rassismus verurteilen? Keine ernstzunehmende, öffentlich wirkende Person dieses Landes spricht sich klar, deutlich und unversteckt für die Erhaltung, die Stärkung oder die Erzeugung rassistischen Gedankengutes aus. Selbst der Ur-Bock aller Sünden der Zeitgeschichte, der gefürchtete republikanische Präsident Donald Trump, bezeichnet den Kriminalfall Floyd unmissverständlich als „Horror“.

Will man den Leuten einen Spiegel vorhalten? Es bleibt anzuzweifeln, ob sich bunt betupfte Kartonplatten tatsächlich tief genug in die Hirne bewusst lebender Rassisten einbrennen würden, um vorurteilsbezogenes Handeln dauerhaft auszumerzen. Zumal dieses Glas sehr schnell sprunghaft wird.

Will man die Schuldigsprechung der Täter demonstrativ selbst in die Hand nehmen? Eher beten müsste man dafür, dass es auch weiterhin niemals der sich selbst aufschaukelnde Pöbel, sondern eine ausgebildete Judikative sein wird, der es in einem demokratischen System ganz alleine vorbehalten ist, demokratisch-rechtsstaatliche Regeln durchzusetzen.

Will man die Polizei reformieren? Dann hätten Anhänger desselbigen Couleurs wohl kaum gegen einen Innenminister, der die nationale Polizei umfassend ausrüsten und expandieren ließ, mobil machen müssen. Noch dazu, wo jener besagte Würgegriff in Österreich nicht zur Anwendung kommen darf.

Kann man es tatsächlich verantworten, solche Proteste kritiklos geschehen zu lassen? Mitnichten. Nicht, wenn man es ernst meint. Und wenn man es ernst mit uns meinen würde, blieben nur zwei Wege offen: Man unterbindet jegliche Demonstration, deren Teilnehmer die erlassenen Bestimmungen ignorieren und zaudert notwendigerweise nicht, die Auflösung polizeilich zu erzwingen.
Oder man stellt sich hier und heute vor das Volk und verlautbart, das Covid-19-Virus in Österreich besiegt zu haben.
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Kalenderblatt Datum: 16. Juni 2020
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